Verkehrung

Das schleichende Herauslösen des Menschen aus der Verbundenheit zum Urgrund des Lebens. Die Bedingungen dafür ergeben sich durch den Beginn der Sesshaftigkeit des Menschen, die ihm die Möglichkeit gaben Eigentum aufzubauen. Das bedeutet, dass er sich andere Erscheinungsformen des Lebens aneignet. Hauptsächlich geschieht das durch die Domestikation und die Zucht von Tieren. Dadurch verliert sich sein Empfinden für die Verbundenheit. Hier beginnt die Illusion, die Bedingungen für sein Leben selbst machen zu müssen.

Die Verkehrung ist die illusionäre Grundlage unserer Zivilisation. Der Mensch ist wie jeder Organismus den Umständen des Lebens unterworfen, die gleichzeitig seine Entfaltung ermöglichen. Dadurch wird er zum Lebendigen, der als Subjekt wirken kann.

Die hier beschriebene Aneignung führt zwangsläufig zum Willen der Beherrschung des Lebens und damit verbunden ist die Herausbildung von Weltbildern, die diesen Willen zur Beherrschung begründen. In diesen Weltbildern werden die Subjekte des Lebens zu beherrschbaren Objekten gemacht und künstlich erschaffenen Strukturen unterworfen.