Die Grundlage und der entscheidende Maßstab für die Ausrichtung jeder Zivilisation ist ihr Naturverhältnis.

Wir brauchen ein Verständnis für das Leben, in dem die Natur nicht als ein Gegenüber betrachtet, sondern wieder als Raum empfunden wird, in dem wir eingebunden sind und in dem wir uns entfalten können. Die Natur ist kein Objekt der Beherrschung sondern wir sind symbiotischer Teil dieses Gesamtorganismus.

 

In den vorhergehenden drei Abschnitten - Organismus - Die Aneignung - Erkennen von Mustern - haben wir die Entdeckungen und Erkenntnisse vorgestellt, die eine Orientierung geben um dieses Verständnis wieder zu ermöglichen.

Sie stellen gleichzeitig einen Kompass für unser Handeln dar, das uns wieder zu einer gesunden natürlichen Gemeinschaft der Menschen führen kann.

Man kann diesen natürlich-organismischen Raum auch als einen "Klangraum" betrachten, der über seine Fähigkeit zur Selbstregulierung (Sukzession) ein beständiges dynamisches Gleichgewicht anstrebt.

Teile dieser Selbstregulierung wurden durch Dr. Ryke Geerd Hamer entdeckt und als Sinnvollen Biologischen Sonderprogramme der Natur formuliert. Phasen oder Teile dieser Programme (die unter den Bedingungen unserer Zivilisation und der herrschenden Weltbilder ganz spezifische Erscheinungsformen ausbilden) werden von der Medizin auf Grund der festgestellten Symptome als Krankheiten definiert. Da sie die organismischen Zusammenhänge nicht begreift, hält sie diese Zustände für Fehler der Natur und die Mediziner glauben mit Eingriffen von außen eine Heilung herbeiführen zu können. Dabei sind diese Sinnvollen Biologischen Sonderprogramme (SBS) schon die Antwort der Natur auf einen Biologischen Konflikt.

 

Dr. Hamer entdeckte und  untersuchte diese Phänomene des Lebens in einem besonderen Raum - in der von den Menschen geschaffenen Zivilisation.

Schon aus den Erkenntnissen der Organismischen Biologie wird deutlich, dass biologische Erscheinungen und Abläufe unter den Bedingungen der Zivilisation bzw. bei den Tieren und Pflanzen in der Domestikation sich gravierend von denen der Wildformen unterscheiden. Bei den Pflanzen und Tieren ist das noch direkt vergleichbar, bei dem Menschen kann man nur Rückschlüsse aus den Beobachtungen von der Zivilisation isolierter Menschengruppen, die es heute nicht mehr gibt, oder aus den Erkenntnissen aus der überlieferten Geschichte bzw. archäologischer Forschungen schließen.

Daraus ergibt sich, dass auch die SBS unter diesen Umständen einer speziellen Prägung unterliegen. Das heißt, die grundsätzliche Struktur ist im gesamten Kosmos gleich aber die Bedingungen der Zivilisation führen zu ganz speziellen Modifikationen.

Der Mensch hat als einziges Lebewesen die Möglichkeit den "natürlichen Raum" systematisch zu stören. Er besitzt auf Grund seiner besonderen Art des Bewußtseins und der damit verbunden Möglichkeiten der Reflexion sich über Modelle willentlich bestimmte Bedingungen seiner Entfaltung und damit des Zusammenlebens zu schaffen. Nutzt er diese Möglichkeiten zu einer Beherrschung der Natur und damit der Aneignung fremder Lebensenergie, die ihm diesen Vorteil verschaffen, kommt es zwangsläufig zu einer Störung des natürlich-organismischen Raumes und damit einer speziellen Prägung der sinnvollen Biologischen Abläufe. 

Konkret heißt das: Der Mensch verfällt durch die Aneignung der Illusion einer Beherrschbarkeit der Natur. Er glaubt durch seine Handlungen den Bedingungen der Natur entfliehen zu können und damit eine scheinbare Verbesserung seiner Lebensverhältnisse zu erreichen. Zur Aufrechterhaltung der "Schätze der Aneignung" (Eigentum) ist ein Umbau der gemeinschaftlichen Verhältnisse notwendig um den Erhalt des angehäuften Eigentums zu sichern. Sie führt in der geschichtlichen Entwicklung auf sozialen Gebiet zur heutigen Paarungsfamilie, die in ihrer hauptsächliche Funktion der Sicherung und Vermehrung des Eigentums aber nicht mehr der lebendigen Entfaltung der Menschen dient. Fortschritt und Entwicklung, die Anbetung des Eigentums und der Glaube an eine goldene Zukunft sind der Gott dieser materialistischen Zivilisation. Dabei verschiebt der Mensch seinen Fokus immer weiter weg vom Leben hin zur Aneignung und Eigentum als Garant für die Sicherung und "Verbesserung" der Bedingungen seiner Lebensentfaltung. Damit bekommt der Wirkungskreis des Menschen, auch als Revier bezeichnet eine vollkommen neue Bedeutung.

Hier kommen wir zu dem Begriff "Revier", der besonders bei den Konflikten im Großhirnbereich eine entscheidende Rolle spielt. Bei den von Dr. Hamer dokumentierten Patientenfällen wird deutlich, dass Menschen mit biologischen Konflikten in diesem Bereich Personen, gesellschaftlichen Positionen, Objekte des Besitzes usw. als Revier assoziieren, die nie den Sinn eines wirklich lebenserhaltenden biologisch-organismischen Reviers erfüllen. Es sind Ersatz-Objekte für das biologisch sinnvolle Revier, dass nur durch das Eingebunden-Sein des Menschen in das Leben und die sich daraus ergebenden lebenserhaltende Gemeinschaften gebildet werden kann. Hier läge das wirklich biologisch sinnvolle Revier des Menschen.

Genau aus diesem Grund kommen die biologischen Konflikte in diesem Bereich beim Menschen unserer Gesellschaft kaum zu einer endgültigen Lösung und das erklärt das Vorhandensein von Großhirn-Konstellationen bei fast allen Menschen und den damit verbundenen katastrophalen Zustand unserer Zivilisation. Denn genau hier ist der Ausgangspunkt für mangelnde Reife und den manisch-depressiven Zwangsverhalten, die unsere Gesellschaft prägen. Ihre Lösungsmöglichkeiten sind eingeengt durch den Kreis der Weltbilder, den auf dieser Grundlage existierenden Gesellschaften und der daraus bedingten speziellen Konfliktinhalte. Erst wenn wir diesen einengenden Raum sprengen, erreichen wir wieder den biologisch-organismischen Raum der Lebensentfaltung und die Möglichkeit der endgültigen biologisch-sinnvollen Lösungen. Dieser Weg kann aber nie ein isolierter, nur ein Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit betreffender sein. Das trifft auch auf eine große Anzahl der Probleme und Konflikte in anderen Bereichen unserer Gesellschaft zu, da auch ihre Inhalte von den Weltbildern unserer Zivilisation geprägt sind.

 

Damit wird deutlich, dass alle Verbesserungen, Reformen, Revolutionen und Utopien innerhalb der Prinzipien dieser Zivilisation der Aneignung zum Scheitern verurteilt sind. Das ist durch die aufgezeichnete Geschichte unserer Zivilisation belegt.

 


Natürlich-organismischer Raum

Der abstrakte Begriff "natürlich-organismischer Raum" sollte uns nicht zu dem Glauben verleiten, nur durch eine Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse könnte sich der Mensch diesen Raum selbst schaffen. Nein, das ist nicht möglich. Dieser Raum ist in den Gesamtorganismus - dem Urgrund alles Seins - eingebunden und nicht willkürlich manipulierbar. Er entfaltet sich aus sich selbst heraus - das ist Leben.

 

Die Philosophie ist voll von den Idealen dieser Räume und die Beschreibung der Wege zu Erschaffung der idealen Räume für das menschliche Leben. Trotzdem weist die aufgezeichnete Geschichte unserer Zivilisation darauf hin, dass alle Ideale scheiterten und eine Katastrophe die nächste ablöste. 

Haben die Menschen die Anleitungen der Weltverbesserer nur nicht richtig befolgt? Wo liegen die Ursachen des Scheiterns?

Was ist ein Naturzustand, den der Mensch nicht herstellen kann. Ist er etwas primitives oder archaisches, das nicht der "höheren" Entwicklung des Menschen entspricht und deshalb als ein "zurück zur Steinzeit" gedeutet und deshalb abgelehnt wird.

Der Naturzustand ist nichts statisches sondern ein dynamischer Zustand, den das sich entfaltende Leben für alle Arten und Erscheinungen selbst schafft und in sich trägt.

Ist es nicht so, dass die Strukturen, in denen sich die verschiedenen Arten entfalten und miteinander leben für jede Art einem bestimmten Muster entspricht?

Der Mensch hat wahrscheinlich in diesem Muster einen viel größeren Spielraum als zum Beispiel eine Biene oder Ameise, aber gewiss gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden sollten.


Innere Orientierung

Menschen, die sich verbunden wissen im Lebendigen, im Urgrund allen Seins sind nicht manipulierbar. Sie tragen zu ihrer Orientierung einen inneren Kompass in sich. Damit erkennen sie in sich, ob ein Gedankenmodell mit dem Lebendigen, das die Grundlage allen Seins ist, übereinstimmt oder nicht. Sie lassen sich mit nichts in Angst und Schrecken versetzen. Sie wissen sich aufgehoben und geborgen im AllEinen.

Manipulierbar sind Menschen nur dann, wenn sie diese innere Orientierung "vergessen" haben, sie zugedeckt haben mit der technisch industriellen Fortschritts-Ideologie, mit deren Wissenschaften, die das Lebendige aus aller Materie hinausgetrieben haben. In dieser Ideologie ist der Mensch gezwungen alles, was geschieht unter seine Kontrolle zu bekommen - das stürzt ihn in eine tiefe Angst vor dem Leben. Denn der Gesamt-Organismus Leben antwortet immer aus sich heraus auf alle Eingriffe -seitens des technisch materiell ausgerichteten Menschen- die gegen das Leben gerichtet sind.

So sind viele Menschen aufgrund dieser Ideologie in eine grundsätzliche Angstspirale geraten. Sie können sie durchbrechen, wenn sie sich wieder der Urkraft, dem Urgrund öffnen und sich dieser Verbundenheit- die immer besteht - wieder erinnern. Dazu braucht es anfangs Mut und Menschen, die diesen Weg selbst gehen. Diese Menschen können Wegbegleiter sein, die Schritte geht jeder Einzelne selbst. Es gibt dafür keine Methode, kein Modell, dieser Weg ist ein individueller Weg in die eigene Wirklichkeit, geführt durch das Leben selbst. Sich dieser Wirkkraft zu überlassen lässt alle Angst abfallen und schafft Weite und Geborgenheit.